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Foto © Elodie Grethen

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunstsammlungen der Akademie!

Mit Begeisterung und Freude habe ich zu Beginn des Jahres meine Tätigkeit als neue Direktorin der Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien aufgenommen.

Ich sehe es als eine aufregende und verantwortungsvolle Herausforderung, dieses gut eingeführte, an der Akademie angesiedelte Museum mit seinen wunderbaren und hochkarätigen Sammlungen von Gemäldegalerie, Kupferstichkabinett und Glyptothek in die Zukunft zu führen.

Programmatik und Ausrichtung werden sich verstärkt damit beschäftigen, unsere herausragenden Sammlungen durch überraschende Gegenüberstellungen zu reaktivieren und sie neu und anders zu lesen. Die Akademie bietet sich als Labor und Experimentierfeld an; sie ist kein Ort verfestigter Wahrheiten, sondern – angestoßen auch über die historischen Sammlungen – eine Schule des Sehens und Denkens.

Die Anschlussfähigkeit der historischen Sammlungen an die zeitgenössische Kunstproduktion zu gewährleisten sowie aktuelle gesellschaftliche Diskurse mit Einblicken in die visuelle Kultur der Vergangenheit zu verbinden, sehe ich gerade an der Akademie als logische Folge ihres Auftrags. Zusätzlich ist es mir ein Anliegen, alte Kunst und deren Grundlagen weiterhin und auch mit neuen methodischen Ansätzen zu beforschen und die Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die hier angesiedelten Sammlungen sind weit mehr als eine luxuriöse Lehrsammlung, sie bieten ein weites Feld, Kanonisierungen und historische Zuordnungen aufzubrechen, „Ausgestoßenes“ (W. Benjamin) zu entdecken, Übersehenes hervorzuholen: Oft lohnt sich der Blick auf vernachlässigte Aspekte der Sammlungen und „Objekte niedrigeren Ranges“ (T. Kantor). (Kunst-)Geschichte kann als eine Überlagerung und Überschreibung von Strömungen, Verbindungen, Übergängen und Transformationen sowie Reanimationen gesehen und produktiv gemacht werden. Unter diesem Aspekt stelle ich es mir daher als spannende Entdeckungsreise vor, das sogenannte hantologische Potenzial, also die Gespenster der Vergangenheit als allgegenwärtige, wirksame Größen, an die Oberfläche zu bringen.

Den Auftakt zu diesem Abenteuer können Sie bereits am 7. April mit einer Ausstellung erleben, die dem beschriebenen transhistorischen Ansatz folgt: Das entwendete Meisterwerk. Bilder als Zeitmaschinen.

Mit diesem Angebot, auch des Experiments und neuer Fragestellungen zur Positionierung historischer Sammlungen, möchte ich in der Zusammenarbeit mit Expert_innen eine breite, interessierte und diverse Öffentlichkeit ansprechen.

Ihre Unterstützung ist dabei von wesentlicher Bedeutung, um den immer höheren Anforderungen in Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung, wissenschaftliche Forschung, laufende kostenaufwändige Restaurierung des Bestandes und nicht zuletzt Covid-bedingte Teuerungen gerecht werden zu können. Die Möglichkeit, sich in dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu engagieren, bieten wir in Kürze an.

Mein Team und ich freuen uns auf Ihren Besuch in der Gemäldegalerie.

Mit herzlichen Grüßen,


Sabine Folie

Direktorin der Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien