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Zeichnungen

Die Zeichnungssammlung des Kupferstichkabinetts umfasst etwa 40.000 Einzelblätter und enthält zahlreiche Meisterwerke der (mittel-)europäischen Kunstgeschichte der Neuzeit. Sie beinhaltet Arbeiten von Künstlern des 16. bis 18. Jahrhunderts (sog. Alte Meister) vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, den Niederlanden, Italien und Frankreich. Ab dem 18. Jahrhundert prägen hauptsächlich Werke von mit der Akademie verbundenen Künstlern den Bestand. Besonders reich in qualitativer wie quantitativer Hinsicht ist das 19. Jahrhundert vertreten. Einen eigenen Teilbereich bilden die Architekturzeichnungen.

Porträt eines jungen Mannes mit welligem Haar, Kopfbedeckung und gesenktem Blick.
Albrecht Dürer: Bildnis eines 18jährigen Jünglings, 1503, Kohle, weiß gehöht, auf Papier, © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Folgt man einer groben chronologischen Abfolge so stammen (mit Ausnahme der Architekturzeichnungen) die frühesten Zeichnungen aus der Zeit um 1500 von so herausragenden Künstlern wie Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer oder Hieronymus Bosch (Werkstatt?). Aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist ein größeres Konvolut an Arbeiten von niederländischen Künstlern vorhanden – darunter Blätter von Rembrandt Harmensz. van Rijn, Hans Bol oder Hans Vredeman de Vries. Aus demselben Zeitraum stammen auch mehrere hundert italienische Zeichnungen etwa von Domenico Campagnola, Annibale Carracci oder Guercino.

Rückenansicht eines unbekleideten, nach rechts gebeugten Mannes mit kurzem Haar.
Annibale Carracci: Aktstudie eines vorgebeugten Mannes, um 1600, Rötel auf Papier, © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Aus dem 18. und beginnenden 19. Jahrhundert sind neben einem Konvolut von Arbeiten der Familie Galli-Bibiena vor allem größere Bestandsgruppen von mit der Akademie verbundenen Künstlern wie Franz Caucig, Jakob Matthias Schmu(t)zer oder Paul Troger zu nennen. Dazu kommen noch zahllose Werke, die als Vorlageblätter im Unterricht der Akademie Verwendung fanden oder daraus hervorgegangen sind.

Dargestellt sind zwei Arkaden des Kolosseums, durch die der Blick auf Rom im Bildhintergrund fällt.
Franz Caucig: Blick auf Rom durch zwei Arkaden des Kolosseums, 1781/1787, Grafit und Tusche auf Papier, © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Das 19. Jahrhundert ist sehr prominent durch den Nachlass von Joseph Anton Koch, einer hochwertigen Sammlung süddeutscher und österreichischer Romantiker, einen großen Bestand an Blumenaquarellen von Moritz Michael Daffinger, den Aquarellen von der österreichischen Brasilienexpedition von Thomas Ender, dem Teilnachlass von Friedrich Gauermann und Blättern von Rudolf von Alt, Josef Danhauser, Anselm Feuerbach, Bonaventura Genelli, den Gebrüdern Höchle, Hans Makart, Carl Rahl, Ferdinand Runk und vielen mehr vertreten.

Dargestellt ist ein Blick auf die üppige tropische Landschaft und einige Gebäude von Rio de Janeiro. Zwischen den sanften, mit Palmen und Bananenstauden bewachsenen Hügeln rechts und links im Bild durchschneidet ein Aquädukt die Landschaft.
Thomas Ender: Ansicht von der Anhöhe Matta Cavallos nach der Wasserleitung von Rio de Janeiro, 1817/18, Aquarell und Bleistift auf Papier, © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien

Aus dem Bereich der Moderne besitzt das Kupferstichkabinett einen Teil des Archivs und künstlerischen Bestands der Hagengesellschaft und herausragende Werke von Herbert Boeckl, Gunter Damisch, Friedensreich Hundertwasser, Gustav Klimt, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Egon Schiele, Leopold Stolba und vielen mehr.

Vor blauem Hintergrund steht in der rechten Bildhälfte eine weiße Figur, die den Betrachtenden den Rücken zudreht. Links neben ihr ist eine orangefarbene, abstrahierte Figur dargestellt, die ihr Gesicht den Betrachtenden zuwendet.
Maria Lassnig: Zwei Figuren am Strand, 1967, Tempera, Kreide und Bleistift auf Papier, © Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien